Madeira in 5 Tagen: Wege, Ozean und der grüne Norden
Fünf Tage ergänzen das klassische Trio um zwei Dinge: einen Funchal-Tag mit Delfin- und Waltour am Morgen und Korbschlittenfahrt am Nachmittag sowie den grünen Norden mit dem Caldeirão Verde. Die Reihenfolge schont die Beine: die Bootstour liegt als Ruhetag in der Mitte, und der letzte Tag endet nahe am Flughafen.
Der Grat über den Wolken: PR 1 vom Pico do Areeiro
Der spektakulärste Tag des Aufenthalts. Du startest am Parkplatz des Pico do Areeiro und gehst den Grat Richtung Pico Ruivo, zwischen Abgründen und einem Wolkenmeer. Starte so früh wie möglich: in der Saison ist der Parkplatz vor Sonnenaufgang voll, und morgens ist die Sicht meist am besten.
Die Überquerung kostet 10,50 EUR und verlangt eine SIMplifica-Buchung; ab Pedra Rija gilt Einbahnverkehr. Auf dem Grat weht es deutlich stärker als im Tal, eine Windjacke lohnt sich auch im Sommer.
Sperrungen werden von einem Tag auf den anderen bekannt gegeben: prüfe morgens den Status des Weges auf seiner Seite.
Praktisch: Etwa 40 Minuten mit dem Auto ab Funchal. Der Parkplatz am Gipfel nimmt nur Karte; etwas weiter unten gibt es einen günstigeren Parkplatz.
Schlechtwetter-Alternative: Wenn der Gipfel in Wolken steckt: PR 11 Vereda dos Balcões ab Ribeiro Frio, kurz und leicht, mit einem Aussichtspunkt, der auch bei schlechterer Sicht funktioniert.
Tag 2
Wasser und Lorbeerwald: PR 6 Levada das 25 Fontes
Der Klassiker von Rabaçal: die Levada führt zu einem Felskessel, in dem fünfundzwanzig Quellen austreten. Zeitweise gilt Einbahnverkehr, der Rückweg läuft dann über eine Umgehungsvariante. Die kürzere Option vom selben Parkplatz ist PR 6.1 Levada do Risco.
Nimm eine Stirnlampe mit, denn einige Varianten führen durch unbeleuchtete Tunnel. Die Steine am Wasser bleiben lange nach dem Regen rutschig.
Sperrungen werden von einem Tag auf den anderen bekannt gegeben: prüfe morgens den Status des Weges auf seiner Seite.
Praktisch: Anfahrt über die ER 221 hinauf zur Hochebene Paul da Serra; auf der langen Abfahrt mit dem Motor im niedrigen Gang bremsen.
Schlechtwetter-Alternative: Wenn der Westen im Regen versinkt: PR 9 Levada do Caldeirão Verde im Norden oder die kostenfreie Levada Nova in Ponta do Sol.
Tag 3
Ozean und Monte: morgens Delfine, nachmittags Korbschlitten
Madeira ist einer der besseren Orte Europas, um Wale und Delfine zu beobachten: Delfine sieht man das ganze Jahr, die Walarten wechseln mit der Saison. Die meisten Touren starten in der Marina von Funchal, einige in Calheta; morgens ist das Meer meist ruhiger.
Bleib nach der Bootstour in Funchal und fahr mit der Seilbahn von der Altstadt hinauf nach Monte. Der Tropengarten Monte Palace füllt gut zwei Stunden, und unterhalb der Kirche starten die berühmten Korbschlitten: zwei Carreiros in Weiß mit Strohhut steuern dich über den Asphalt hinunter nach Livramento auf halber Höhe. Von dort kommst du mit Bus, Taxi oder zu Fuß bergab zurück ins Zentrum.
Praktisch: Eine Tour dauert meist 2 bis 3 Stunden; in der Saison im Voraus buchen, und wer seekrank wird, nimmt etwas dagegen mit. Die Korbschlitten fahren Montag bis Samstag, Tickets gibt es nur vor Ort (30 € allein, 40 € zu zweit); für die Seilbahn reicht das Ticket bergauf.
Schlechtwetter-Alternative: Bei rauer See sagen die Veranstalter ab und erstatten den Preis; verschieb die Tour auf einen anderen Morgen. Monte selbst funktioniert auch im Nieselregen, und die Lücke füllen das Fischerstädtchen Câmara de Lobos und die Klippe Cabo Girão mit ihrer Glasplattform rund 580 m über dem Ozean.
Eine in die Hänge gehauene Levada über dem Tal, vier Tunnel und ein Wasserfall, der in einen grünen Kessel stürzt. Start im Waldpark Queimadas; der Weg ist flach, aber lang, und eine Lampe ist Pflicht.
Bleib danach im Norden: Santana ist für seine strohgedeckten Häuser bekannt, die Küste bei São Jorge für wilde Klippen.
Sperrungen werden von einem Tag auf den anderen bekannt gegeben: prüfe morgens den Status des Weges auf seiner Seite.
Praktisch: Die SIMplifica-Buchung gilt wie auf jedem PR. Der Parkplatz Queimadas ist mittags voll, komm am Morgen.
Schlechtwetter-Alternative: Dieser Tag ist oft selbst die Ausweichoption für den Westen. Regnet es im ganzen Norden, bleibt ein Stadttag in Funchal.
Tag 5
Ozean und Klippen: PR 8 auf der Ponta de São Lourenço
Ein völlig anderes Madeira: eine baumlose Halbinsel, roter Fels und Ozean auf beiden Seiten. Die beste Wahl, wenn die Berge in Wolken ertrinken, denn die Ostspitze behält ihr eigenes, trockeneres Wetter.
Auf der Route gibt es weder Schatten noch Wasser; geh morgens oder am späten Nachmittag und nimm mehr Wasser mit als sonst. Bei starken Böen wird die Wanderung ungemütlich, prüfe die Vorhersage vor der Abfahrt.
Sperrungen werden von einem Tag auf den anderen bekannt gegeben: prüfe morgens den Status des Weges auf seiner Seite.
Praktisch: Der Start an der Baía d'Abra hinter Caniçal liegt wenige Minuten vom Flughafen entfernt, also der natürliche letzte Tag.
Schlechtwetter-Alternative: Bei Sturm: PR 10 Levada do Furado ab Ribeiro Frio, vom Wald geschützt.
Zugaben zum Plan: für einen freien halben Tag
In einen Abend nach einem kürzeren Weg oder einen Morgen vor dem Abflug passt mehr, als der Plan vorsieht. Diese Ideen verlangen kein Umbauen der Tage.
Canyoning
Abseilen neben Wasserfällen und Sprünge in Gumpen, auch in Varianten für komplette Anfänger; Ausrüstung inklusive. Nach starkem Regen sagen die Anbieter ab, weil der Wasserstand sprunghaft steigt.
Die Seilbahn von Funchal nach Monte ist der Klassiker des ersten Tages, und die kleine Seilbahn von Achadas da Cruz im Nordwesten, die als eine der steilsten Europas gilt, führt hinab zu abgeschiedenen Feldern am Ozean.
Ruhiges Wasser an der Südküste, am klarsten rund um das Schutzgebiet Garajau. Am besten morgens, bevor der Wind auffrischt; die Ausrüstung stellt der Anbieter.
Der Plan ist eine Orientierung. Wegstatus, Wetter und Tourverfügbarkeit ändern sich von einem Tag auf den anderen: prüfe vor jedem Tag den Status im Katalog und die Vorhersage für die Region. Gebühren und Buchungsregeln laut SIMplifica.