Madeiras Miradouros: Aussichtspunkte, die den Tag machen
Die braunen Miradouro-Schilder sind die beste Gewohnheit, die du auf Madeira annimmst: bremse für sie ab und biege ruhig auch spontan ab. Unten fünfzehn Punkte, ausgewählt für Fahrtage zwischen den Wanderungen: die meisten mit Parkplatz direkt an der Straße, viele fast menschenleer. Geografisch geordnet, vom Zentrum nach Osten.
Zentrum: Täler und der Grat
Eira do Serrado
Curral das Freiras
Ein Balkon auf rund 1095 m über dem Nonnental: das Dorf Curral das Freiras liegt buchstäblich unter den Füßen, umringt vom Zentralmassiv. Kostenloser Parkplatz, Café und ein kurzer gepflasterter Weg; im Herbst riecht die Luft nach Kastanien.
Dasselbe Tal wie von der Eira do Serrado, aber von einer höheren Kante und fast menschenleer, weil Busse hier nicht heraufkommen. Vom kleinen Parkplatz sind es wenige Minuten auf einem ausgetretenen Pfad; ein zweiter Blick Richtung Funchal öffnet sich gleich links vom Zugang.
Ein Panorama des Tals von Serra de Água und der Schlucht zwischen Ribeira Brava und São Vicente, links die zentrale Kette. Seltsam wenig besucht, meist hast du ihn für dich; er liegt eine Minute abseits der Encumeada-Straße, perfekt vor einer Poncha in der Taberna da Poncha.
Ein Wasserfall, der von einer Klippe an der alten Küstenstraße direkt in den Ozean stürzt; der Name bedeutet Brautschleier, und nach Regen versteht man ihn. Kostenloser Parkplatz, eine Aussichtsplattform und in der Ferne weitere Abschnitte der alten Straße, die sich die Natur zurückgeholt hat.
Eine Kapelle mit vier Uhren auf einem Hügel über São Vicente, erreichbar über rund 170 Stufen. Die Belohnung: auf einer Seite der Ort und der Ozean, auf der anderen Madeiras höchste Gipfel. Einer jener Orte, die manch berühmten Aussichtspunkt übertreffen.
Die grünen Klippen des Nordens mit dem markanten Berg über Arco de São Jorge; mit gutem Auge erkennst du am Hang den Pfad Caminho da Entrosa. Nebenan das gleichnamige Restaurant mit riesigen Portionen, und unten endet der PR 2 aus Curral das Freiras.
Der Bogen von Arco de São Jorge und die Nordküste von oben; erst hier begreift man, wie hoch über dem Ozean die Felder dort hängen. Am Zugang verkauft oft ein älterer Herr Obst aus seinem Garten, Preise verhandelbar.
Ein Naturreservat unter den Klippen von Santana: ein schiffsförmiger Felsen im Meer, versteckte Wasserfälle und bewirtschaftete Fajãs. Oben schaust du vom Aussichtspunkt hinab, eine winzige Seilbahn fährt hinunter; im Spätwinter und Frühjahr färben blühende Bäume die Gegend.
Eine hörnchenförmige Landzunge mit Blick auf die Klippen und die ferne Ponta de São Lourenço, dazu Plattformen mit Glasboden über dem Wasser. Der Zugang auf die Landzunge selbst ist zeitweise gesperrt, doch Plattformen und Parkplatz bleiben; das Glasboden-Kribbeln gibt es gratis.
Ein Nordküsten-Panorama mit einer Schaukel, die genau fürs Foto steht; Stufen führen zu einer Aussichtsterrasse hinunter. Vorn Seixal, dahinter die Schlucht von São Vicente. Kaum jemand kommt her, obwohl der Punkt nur wenige Minuten abseits der Fanal-Straße liegt.
Die berühmten Felsnadeln, die an der Mündung der Ribeira da Janela aus dem Ozean ragen, von oben fotografiert statt von der Straße. Ein paar Stufen, kostenloser Parkplatz und Toiletten; zwischen Porto Moniz und Fanal ein Fünf-Minuten-Stopp, der hängen bleibt.
Ein versteckter Wasserfall von rund 140 m, der nahe Ponta do Pargo in eine enge Kehle der Klippen stürzt. Vom Parkplatz an der Kreuzung geht man etwa einen Kilometer zum Aussichtspunkt; im Sommer versiegt der Strahl fast, nach Regen ist er gewaltig.
Madeiras westlichster Punkt: ein Leuchtturm auf einer Klippe rund 312 m über dem Ozean, einer der höchstgelegenen Europas. Grasplateau, Wind und Horizont; wenn du einen einzigen Madeira-Sonnenuntergang mit dem Auto in Reichweite planst, dann hier.
Ein Pass mit Blick auf den Adlerfelsen (Penha de Águia) und Porto da Cruz, das fotogenste Motiv Ost-Madeiras. Genau hier endet der PR 10 Levada do Furado und beginnt der PR 5; eine Espetada in der Passbar beschließt den Tag richtig.
Der Nordrand der Halbinsel São Lourenço: bunte Felsen, Windräder und bei klarer Luft Porto Santo am Horizont. Kostenloser Parkplatz und ein zweiter Punkt, Miradouro do Caniçal, direkt daneben; die perfekte Zugabe vor oder nach dem PR 8, ohne Ticket und ohne Menschenmassen.
Die Punkte liegen an öffentlichen Straßen: halte nur auf Parkplätzen und in Buchten, nie auf der Fahrbahn. Zufahrten, Parkplätze und Zugang können sich nach Starkregen ändern; die Angaben sind Richtwerte, das Gelände behält immer recht.